Suchmaschinen Spam

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Was Suchmaschinen nicht so gerne sehen.

Für viele  SEOs sind Keywords, Description usw nur "Kinderkram" - Google muss eine Seite prinzipiell niemals gespidert haben, um sie ganz vorne anzuzeigen. Es werden Brückenseiten in 100000er Anzahl generiert und auf 100te Domains aufgeteilt - ich habe schon Google-SERPs gesehen, von denen 50 Ergebnisse zu ein und derselben Seite führten.Geschätzte 30% aller für Suchmaschinen auffindbaren Seiten dienen nur dazu, einige wenige Seiten in die Ränge zu bringen.

Content Spam

Wer viele Lottoscheine abgibt, der wird wohl eher gewinnen als mit nur einem Tipp. Dasselbe Prinzip auf Websites übertragen bedeutet, möglichst viele Seiten mit mehr oder weniger sinnvollem Content zu füllen. Am einfachsten geht das, indem man schreiben lässt (Foren, Webverzeichnisse) oder indem man frei verfügbaren Content verwendet. Obwohl diese Seiten den selben Zweck wie Brückenseiten erfüllen, können sie schwer abgestraft werden, weil sie ja einen - vorgeschobenen - Sinn haben.

Brückenseiten

Wir reden hier nicht von kleinen, mehr oder weniger liebevoll gemachten Brückenseiten, sondern von Ansammlungen jenseits der 1000er Grenze: Für jedes mögliche Wort, für jede mögliche Phrase, für alles eine eigene Seite. Da Google mittlerweile Weiterleitungen erkennt*, tauchen diese sehr häufig sichtbar in den SERPs auf, vor allem im Porno-Bereich, um den sich Google nicht recht kümmert. (*Paradox? nein: Die Seiten waren schon immer da, nur haben wir sie nie gesehen, weil sie durch die Weiterleitung nicht sichtbar waren. Jetzt sind diejenigen Seiten ohne Weiterleitung nach vorne gekommen - und eben sichtbar)

Beim Suchbegriff "geile stories" etwa ist fast jeder angezeigte Treffer eine Brückenseite:

Site-Hacking

Ein Trick, der immer mehr in Mode kommt: Man hackt sich in den FTP-Server oder das Redaktionssystem und setzt sich unauffällig seine Links einfach selber. Einige Redaktionssysteme sind extrem anfällig und wer denkt zB. bei den Seiten gemeinnütziger Organisationen an einen Hacker-Angriff - zumal er auch keine sichtbaren Spuren hinterläßt? Ebenso sind manche FTP-Server so schlampig konfiguriert, dass ein einziges Passwort Tür und Tor für alle gehosteten Domains öffnet. Die so gesetzten Links bleiben oft jahrelang unentdeckt und nach so langer Zeit kann nicht mehr nachverfolgt werden, wie es dazu kam; das Risiko für den Hacker ist also minimal.

Log-Spam

Eine recht perfide Methode, zu Links zu kommen, richtet sich an die Webstatistik-Seiten: Ein Spider tarnt sich als eine zu pushende Seite und erzeugt künstlich Zugriffe (Referrers) auf gut gerankte Seiten - wodurch der Link in die Web-Statistiken gelangt. Da viele Webmaster (in der falschen Annahme, dass Suchmaschinen die Statistiken nicht finden würden) auf Zugriffscodes verzichten oder die Statistiken überhaupt offen liegen, können sich hier Spammer die Links quasi selbst setzen. Tipp: Schütze deine Webstatistik mit einem Passwort! In der Praxis ist der Sinn dieser Methode eher umstritten: Bei gut besuchten Seiten müssen schon sehr viele Zugriffe erzeugt werden, um dauerhaft in den Stats zu bleiben, die ja dann wiederum Links auf 1000 andere Seiten enthalten. Außerdem gilt als sicher, dass zumindest Google die Statistiken nicht mehr spidert - wenn er sie als solche erkennt.

PageRank-Spam, Linkfarmen

3Diese Methode richtet sich hauptsächlich an Google, was aber bei über 70% Marktanteil ohnehin genug ist. Mit Linkfarmen werden riesige Konstrukte über viele Server hinweg verteilt - wichtig ist eine möglichst breite Streuung an IP-Adressen - die sich gegenseitig zu PageRank verhelfen. Dieser wird dann gegen Einwurf großer Scheine an Kunden "vererbt"; die Seite des Kunden wird überhaupt nicht angetastet.

Cloaking

Die Suchmaschinen sieht etwas anderes als ein Browser (=Besucher). Eine verbreitete Methode dabei ist es, den Suchmaschinen Crawlern eine optimierte meist reine Textversion der Webseite indizieren zu lassen.Wer so etwas macht, muss ständig auf dem neuesten Stand sein, weil Suchmaschinen natürlich auch "inkognito" unterwegs sind. Zwar ist Cloaking für "Normal-User" und "Normal-Webmaster" nicht spürbar, ein unangenehmer Nebeneffekt ist aber, dass Suchmaschinen jedes kleine PHP-Skriptchen - und sei es nur eine Browserweiche - argwöhnisch behandeln und die davon verlinkten Seiten nur sehr zögerlich spidern.

Was hilft es, Spam zu melden?

Gar nichts: Zum einen lebt man bei Google immer noch den Traum, dass menschliche Eingriffe nicht nötig sein sollen, zum anderen wäre dadurch Mißbrauch Tür und Tor geöffnet: Jemand könnte auf die Idee kommen, sich den Platz an der Spitze durch Vernadern der Konkurrenz frei zu machen. Etwa indem er eine Linkfarm "für!" die missliebige Konkurrenz so einrichtet, dass sie nichts bringt, aber auffällt. Alles läßt sich automatisieren, das Versenden von Beschwerde-Mails mit gefälschtem Absender genauso wie das Klicken auf die Smileys in der Google Toolbar. Was sollen Suchmaschinen-Betreiber also mit Spam-Meldungen anfangen, wenn diese selbst schon Spam sein können? Dasselbe, was wir mit Spam machen: unbeachtet verwerfen.
 
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